Himmlisches Schalentier – Der Krebsnebel

Haben Sterne eine Masse vom etwa Achtfachen unserer Sonne, so enden sie wahrscheinlich in einer extremen Explosion – Supernova genannt – welche für kurze Zeit heller leuchten kann als das gesamte Milchstrassensystem zusammengenommen, in welchem der explotierte Stern gestanden hat. Ein Überrest eines solch wahrlich gigantischen Todeskampfes eines Sterns zeigt das hier widergegebene Bild. Wie auch bei planetarischen Nebeln (M27), wird im Gebiet des Supernovaüberrests das vorhandene Gas – meistens Wasserstoff – durch die ultraviolette Strahlung des zentralen Sternüberrests ionisiert und mithin zum Emissionsleuchten gebracht. Bei der vorliegenden Aufnahme ist ein spezielles Filter eingesetzt worden, um das Leuchten der Wasserstofffilamente im Nebel zu verstärken und die Strukturen besser sichtbar zu machen.

Der Krebsnebel liegt im Sternbild Stier in einer Entfernung von rund 6300 Lichtjahren. Der Name entstand bei ersten Beobachtungen im 18. Jahrhundert, weil der Nebel im Teleskop Ähnlichkeit mit einem Krebs zu haben schien. Der Nebel wurde im Jahre 1758 von Charles Messier (zuvor auch von anderen Astronomen) entdeckt und als erstes Objekt – M1 –  in seinen neuen Katalog – den heute wohlbekannten Messier-Katalog – aufgenommen.

Der Krebsnebel (M1)

Der Krebsnebel (M1)

Aufnahmedaten:
Finger Lakes Instrumentation (FLI) ProLine 16800 CCD Kamera bei -40°C Chiptemperatur an Officina Stellare Pro RC500 Spiegelteleskop
500mm Öffnung bei 3000mm Brennweite: f/D = 6 (0.75x Reducer) auf Astro Optik Kohler (AOKSwiss) Herkules V48 (DDM) Montierung.
Aufnahmeort: Observatorio Son Bí, Llucmajor, Mallorca, 16 – 20. 11. 2017

Belichtungszeiten (in Minuten) – HAlpha ungebinnt, Rot/Grün/Blau ungebinnt.

HAlpha Rot Grün Blau
285 (19×15) 195 (39×5) 185 (37×5) 175 (35×5)
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